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Tierklinik Kaisereiche - Auslands-Check
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Physiotherapie für Hund, Katze und Pferd

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Auslands-Check

Sie kehren aus Ihrem Urlaub zurück und bringen außer vielen schönen Erinnerungen Krankheitserreger in Ihrem Haustier mit, die nicht harmlos sind. Vielleicht haben Sie einen Hund aus einem Tierheim geholt, um ihm bei uns in Deutschland ein besseres Leben zu bieten Auch dieses Tier kann chronisch infiziert sein und durch den Stress der Rückreise und Lebensumstellung massiv erkranken.

Wenn wir von Ihnen einen solchen Vorbericht bekommen, schlagen wir Ihnen nach der klinischen Untersuchung eine Blutabnahme vor, um entweder direkt Blutparasiten oder Antikörper, die das Abwehrsystem des Tieres gebildet hat, regionsspezifisch nachzuweisen.

Die häufigsten Erreger und ihre Überträger sowie die Krankheitserscheinungen werden im folgenden erklärt:
Leishmanien sind Parasiten, die durch den Stich von Sandmücken übertragen werden.

An der Stichstelle verbreiten sie sich zunächst unter der Haut, Später befallen die Erreger die inneren Organe und die weißen Blutkörperchen. Man spricht in Europa auch von der Organ-Leishmaniose. Sandmücken gibt es auch in Deutschland entlang des Rheingrabens in Baden-Württemberg und im Süden von Rheinland-Pfalz. Anzeichen der Leishmaniose treten erst Wochen bis Monate, in einigen Fällen sogar erst Jahre nach der Ansteckung im Urlaub auf. Es entstehen Hautveränderungen an den Ohrrändern und dem Nasenrücken oder an anderen Körperstellen, die nur schwer oder gar nicht heilen. Oft zeigen kranke Hunde eine reduzierte Belastbarkeit, Gewichtsverlust und geschwollene Lymphknoten. Es kann zu Augenveränderungen und Nierenschäden kommen. Häufig wird auch immer wiederkehrender Durchfall beobachtet. Die Leishmaniose gilt als nicht heilbar bei Hunden, die Sterblichkeitsrate beträgt ohne Behandlung 90%. Eine Impfung existiert bisher nicht. Es steht ein die Eiweißsynthese der Erreger hemmendes Medikament zur Verfügung. Auch Antimonverbindungen werden eingesetzt und kombiniert. Die Gefahr der Übertragung auf den Menschen ist als eher gering einzustufen, die Übertragung über Hautwunden allerdings möglich.

Ehrlichien sind Bakterien-ähnliche Erreger, die sich in den weißen Blutkörperchen vermehren. In Europa werden sie durch den Stich der braunen Hundezecke übertragen. Diese Zeckenart ist ab Zentralfrankreich südwärts anzutreffen. Bei der Ehrlichiose tritt zunächst wiederkehrendes Fieber auf, der Hund wirkt schwach und frisst nicht mehr. Erbrechen und Augenausfluss können auftreten. Phasenweise erscheint der Hund wieder völlig gesund. Häufig kommt es unbemerkt zum Absinken der Blutplättchen, was im späteren Verlauf der Erkrankung zu Blutungen führt. Nasenbluten oder kleine Blutergüsse unter der Haut, aber auch unsichtbare Gelenkblutungen treten auf. Das führt zu Symptomen wie Bewegungsunlust, schwankendem Gang und Muskelzuckungen. Weil das Abwehrsystem des Hundes geschwächt wird, kann es zu starkem Gewichtsverlust kommen. Zur Behandlung werden bestimmte Antibiotika eingesetzt. Bluttransfusion und Kortisongaben unterstützen die Therapie. In Verbreitungsgebieten können auch Menschen durch ehrlichienbefallene Zecken infiziert werden. Eine Übertragung von Hund zu Mensch ist nur durch direkten Blutkontakt möglich und spielt bislang keine Rolle.

Babesien sind Einzeller, die sich in den roten Blutkörperchen vermehren und diese dabei zerstören. Übertragen werden sie durch den Stich der Auwaldzecke, die inzwischen auch fast ganz Deutschland erobert hat. Im Mittelmeerraum Südeuropas überträgt eine weitere Zeckenart, die braune Hundezecke, die Babesien. Die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome kann 2 Tage bis 5 Wochen betragen. Die ersten Krankheitsanzeichen der Babesiose, auch Hundemalaria genannt, sind hohes Fieber gefolgt von Mattigkeit und Appetitlosigkeit. Durch das Eindringen der Parasiten in die roten Blutkörperchen und durch deren anschließende Zerstörung kommt es zur Blutarmut und oft auch zu Gelbsucht. Ihnen kann eine dunkle Färbung des Urins auffallen, die durch die Ausscheidung des abgebauten Blutfarbstoffes entsteht. Auch Bewegungsstörungen, Lähmungserscheinungen, Atemnot, Entzündung der Maulhöhle oder der Augen werden zeitweise beobachtet. Es gibt die Antibabesiosemedikamente Cabesia und Imizol, beide Medikamente sind in Deutschland nicht zugelassen. Der Wirkstoff ist Imidocarb. Bei ausgeprägter Anämie kann auch eine Bluttransfusion notwendig sein.

Hepatozoen sind Einzeller, die in den weißen Blutkörperchen parasitieren. Sie bilden kleinste Knötchen in inneren Organen. Übertragen werden Hepatozoen durch das Verschlucken der braunen Hundezecke, die sich  blutsaugend an anderen Hunden infiziert hat. Die Hepatozoonose zeigt vielfältige Symptome: phasenweises Fieber, Blutarmmut, Erbrechen, blutigen Durchfall, Nasen- und Augenasfluss und Gewichtsverlust. Manchmal werden Bewegungsstörungen (steifer Gang) beobachtet, die durch Muskelschmerzen und -schwäche verursacht werden. Diese Erkrankung kann sich auch durch epilepsieähnliche Krampfanfälle äußern. Es gibt für die Behandlung der Hepatozoonose kein einheitliches Behandlungsschema. Verschiedene Antibiotika, aber auch Imidazol sind erfolgversprechend, aber eine vollständige Erregerelimination ist nicht zu erwarten.

Filarien sind Würmer, die im Blutgefäßsystem leben. In Europa kommen 5 verschiedene Filarien in den Mittelmeeranrainerstaaten und in der Po-Ebene vor. Auch in den USA, in Kanada und Südamerika findet man Filarien. Die erwachsenen Würmer werden bis zu 30 cm lang und siedeln sich vor allem in der rechten Herzkammer und in der dort in die Lunge führenden Arterie an. Übertragen werden die verschiedenen Filarien von Stechmücken und Flöhen. Es ist zu erwarten, dass  Filarien auch nach Deutschland einreisen, weil sie schon in der Normandie aufgetreten sind. Die gefürchteste unter den Filarien ist der Herzwurm. Stechmücken übertragen die Larven der Herzwürmer auf den Hund. Von der Haut wandern die Larven in die Muskulatur, dringen in die Blutbahn ein und gelangen auf diesem Weg ins Herz. Die erwachsenen Würmer leben dann in den Blutgefäßen und verstopfen diese. Die ersten Krankheitsymptome treten erst 5 bis 7 Monate nach der Infektion auf. Es kommt zur Einschränkung der Herzfunktion, Atemnot und chronischen Husten. Andere Filarien, wie z.B. der Hautwurm, der häufig in Ungarn anzutreffen ist, bildet Hautknoten. Der Hautwurm wird auch über Stechmücken übertragen und kann sich auch beim Menschen meinnisten. Die Therapie der Dirofilariose ist nicht harmlos, deshalb ist eine effektive Prophylaxe so entscheidend. Melarsomin ist zwar das Mittel der Wahl, aber absterbende Herzwürmer können eine Embolie in den Lungengefäßen hervorrufen.


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